Samstag, 7. Januar 2012

Willkommen am Stadtrelais von Stade

 

... so wird man begrüßt, wenn man sich im Einzugsgebiet des Stader Amateurfunkrelais mit dem Rufzeichen DB 0 XJ befindet. Mithilfe der nachfolgenden Beschreibung soll auch „Nicht-Funkamateuren“ verdeutlicht werden, was sich hinter dem Stadtrelais verbirgt.

 

Auf dem Dach des Elbeklinikums Stade befindet sich die Relaisfunkstelle DB0XJ. Die Eingabefrequenz beträgt 431,200 MHz, die Ausgabefrequenz 438,800 MHz. Diese Relaisfunkstelle dient der Funkversorgung zwischen mobilen und stationären Funkamateuren, welche aufgrund unzureichender Antennenanlagen oder während der Autofahrt keinen direkten Funkverkehr aufrecht erhalten können. Die Reichweite hängt stark von den teilnehmenden Stationen ab. Die Abb. 1 und 2 zeigt eine theoretische Funkversorgung des Gebiets rund um das Stader Relais. Diese Reichweiten sind auf Basis einer Fahrzeugfunkanlage mit 10 Watt Sendeleistung sowie einer Feststation mit 10 m Antennenhöhe berechnet. Durch leistungsstärkere Anlagen und höhere Antennen können diese Reichweiten auch deutlich gesteigert werden.

Abb1:Abb1:10m

Abb2:

 

Die eingesetzte Technik der Relaisfunkstelle stellt sich wie folgt dar:

 

Die installierten Funkgeräte sind drei Geräte des Herstellers „Grundig“ vom Typ FK-105/460. Diese sind noch mit hochwertigen Filtern ausgestattet, welche für eine gute Selektion zwischen dem Sender und dem Empfänger sorgen. Ein Gerät dient als Empfänger, ein anderes als Sender sowie ein weiteres als Steuerempfänger, welcher die Fernsteuerung und ggf. die Abschaltung des Relais im Störungsfall ermöglicht. Da diese Einrichtung allein dem Relaisverantwortlichen dienen soll, wird hier nicht weiter darauf eingegangen. Für den Relaisfunkbetrieb ist der Empfang und die gleichzeitige Sendung des empfangenen Signals Grundlage eines Relaisfunkverkehrs. Durch die relativ nahe liegenden Frequenzen würde bei einem Betrieb an einer gemeinsamen, oder zwei dicht benachbarten Antennen, der Empfänger der Relaisstelle durch den Sender blockiert werden. Somit wird die Empfindlichkeit und die Reichweite drastisch reduziert. Aus diesem Grund sind Sender und Empfänger über eine Frequenzweiche miteinander verbunden und an einer gemeinsamen Antenne angeschlossen. Diese Frequenzweiche dient dazu, dass sich der Sender und Empfänger selbst nicht „sehen“ können. Das Sende- und Empfangssignal wird durch die Weiche beiden Parteien zugeordnet. Der Lieferant der Weiche ist die Firma „Procom“, welche diese speziell für unser Relais hergestellt und abgeglichen hat. Damit das vom Empfänger aufgenommene Signal vom Sender wieder ausgestrahlt werden kann, müssen beide Geräte miteinander gekoppelt werden. Dies wird mithilfe einer speziellen Steuerbaugruppe ermöglicht. Weiterhin besitzt diese Baugruppe die Aufgabe, folgende Funktionalitäten, welche für den Betrieb notwendig sind, zu übernehmen:

 

- Ruftonauswertung zur Auftastung der Relaisfunkstelle

- Sendung der Relaiskennung „DB0XJ“ in Telegrafie

- Sendung der Relaisansage aus einer Sprachkonserve (Chip)

- Einstellung diverser Parameter für den Relaistsellenbetrieb

 

Die Relaisstelle ist mechanisch in einem 19“ Baugruppenträger mit 3 HE eingebaut. Als Antenne dient eine Antenne der Firma „Procom“ vom Typ CXL-70.

Die Strahlungsleistung der Relaisstelle beträgt ca. 10 Watt.

 

Neben dem Relaisstellenbetrieb zwischen zwei oder mehreren Funkteilnehmern ist auch der Betrieb über das Internet möglich. In diesem System, genannt „Echolink“, werden alle angeschlossenen Relaisfunkstellen und Funkamateure über einen Server, der die Zugangsberechtigungen überwacht, verwaltet. Der Zugang zu diesem System ist also nur lizenzierten Stationen oder Funkamateuren gestattet. Durch die Vernetzung per Internet können mithilfe des Stadtrelais Stade Funkverbindungen in alle Welt geführt werden. So ist es z. B. möglich, mit dem Handfunkgerät auf dem Sofa in Stade mit einem Funkamateur zu sprechen, der sich gerade am Strand von Hawaii oder auf einem Berg in Neuseeland befindet. Dieses System wird ebenfalls gern genutzt, wenn sich Funkamateure im Urlaub befinden und auf einfache Weise Kontakt mit der „Heimat“ halten wollen. Mehr als 22.000 Gateways dieser Art befinden sich rund um den Globus. Eine Auflistung der gerade in Betrieb befindlichen Echolinkstationen ist unter folgendem Link abrufbar:

Echolink-Repeaterliste

 

Für weitere allgemeine oder technische Fragen steht Ronald, DL5HCR, als Relaisverantwortlicher gern zur Verfügung.